TEIL 3: Die wahre Architektin der Grupo Garza und der Beginn eines neuen Imperiums

Drei Monate später. Zürich, Schweiz.

Das elegante Büro bot einen atemberaubenden Blick über den Zürichsee, auf dem das Sonnenlicht tanzte. Elena saß in einem maßgeschneiderten, schneeweißen Anzug an einem großen Konferenztisch aus schwarzem Marmor. Sie sah entspannt aus, jünger als in den letzten sieben Jahren, befreit vom Gewicht der Lügen ihres Ex-Mannes.

Vor ihr auf dem Tisch lagen die finalen Dokumente. Auf der anderen Seite der Videokonferenz-Schaltung, über einen großen Bildschirm an der Wand, saßen die verbliebenen, sichtlich erschöpften Vorstandsmitglieder der Grupo Garza – oder besser gesagt, dessen, was von ihr übrig war. Das Unternehmen stand kurz vor dem Konkurs. Ohne Elenas Algorithmus und ohne die eingefrorenen Gelder war Alejandro Garzas Imperium in sich zusammengefallen wie ein Kartenhaus.

Alejandro selbst war nicht anwesend. Nach seiner unehrenhaften Entlassung und einer Flut von Klagen, die Isabella Castro gegen ihn wegen privater Veruntreuung von Firmenmitteln angestrengt hatte, war er bankrott. Sein geliebter Fuhrpark war gepfändet, die Villa in Lomas de Chapultepec an die Bank zurückgegangen. Von Sofía fehlte jede Spur; Gerüchten zufolge arbeitete sie nun in einem kleinen Immobilienbüro in einer anderen Stadt, nachdem ihr Name in der Geschäftswelt von Mexiko-Stadt zur toxischen Marke geworden war.

„Señora Garza… Verzeihung, Señora Navarro“, begann Arturo Vargas auf dem Bildschirm. Er klang besiegt. „Wir akzeptieren Ihre Bedingungen. Sie übernehmen 85 Prozent der Unternehmensanteile zum aktuellen, extrem gesunkenen Marktwert. Im Gegenzug reaktivieren Sie die Logistik-Software und sichern unsere verbliebenen Arbeitsplätze.“

„Das ist korrekt, Arturo“, antwortete Elena mit einer kühlen, professionellen Höflichkeit. „Aber unter einer Bedingung: Das Unternehmen wird umstrukturiert. Der Name ‚Grupo Garza‘ verschwindet. Wir firmieren ab morgen unter ‚Navarro Global Logistics‘. Und ich werde offiziell die Position als CEO übernehmen. Keine Strohmänner mehr. Keine Marionetten.“

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„Akzeptiert“, sagte der Vorsitzende leise und unterschrieb das Dokument vor laufender Kamera.

Elena lächelte, nahm ihren eigenen Füller aus massivem Silber – ein Geschenk, das sie sich selbst zu ihrer Scheidung gemacht hatte – und setzte ihre Unterschrift elegant unter die Papiere auf ihrem Tisch.

Mit einem einzigen Strich hatte sie sich das zurückgeholt, was ihr immer gehört hatte, und die Überreste des Mannes, der sie zu demütigen versucht hatte, aus der Geschichte getilgt.

Sie klappte die Mappe zu und blickte in die Kamera. „Vielen Dank, meine Herren. Ich erwarte den ersten Statusbericht morgen früh um 8:00 Uhr auf meinem Schreibtisch. Einen schönen Tag noch.“

Sie beendete den Anruf. Der Bildschirm wurde schwarz. Die Tür zum Büro öffnete sich leise und Isabella trat herein, in den Händen zwei Kristallgläser und eine Flasche sehr alten Champagners.

„Auf das neue Projekt?“, fragte Isabella mit einem schiefen Grinsen.

„Nein“, antwortete Elena, nahm das Glas entgegen und blickte hinaus auf das glitzernde Wasser des Zürichsees. Sie dachte für den Bruchteil einer Sekunde an das Foto um 3 Uhr morgens zurück. An das triumphierende Lächeln einer Sekretärin und das unwissende Gesicht eines Narren.

Sie hob ihr Glas. „Auf Frauen, die mit offenen Augen schlafen.“

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